Insekten der Senne

- Feldgrille (Gryllus campestris) (M)
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- Warzenbeißer (Decticus veruccivorus) (W)
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- Sumpf-Grashüpfer (Chorthippus montanus)
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- Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) (M)
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- Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia) (M)
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- Grüner Zipfelfalter (Callophry rubi)
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- Ockerbindiger Samtfalter (Hipparchia semele)
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- Brauner Feuerfalter (Lycaena tityrus) (M)
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Heuschrecken
Die weitläufigen Silikattrockenrasen und Zwerg- strauchheiden der Senne bieten einer großen Zahl verschiedener Heuschreckenarten geeignete Lebensräume.
Eine dieser Arten ist die Feldgrille, die besonders durch den weit hörbaren und unermüdlich vorgetragenen „Gesang“ der Männchen auffällt. Die Feldgrille besiedelt in erster Linie trockene Flächen mit lichter Vegetation , die es ihr erlaubt, lange Erdröhren als Unterschlupf oder zur Eiablage in den Sennesand zu graben. Die wärmeliebende Art tritt im Senneraum in manchen Jahren so zahlreich auf, daß ein Teil der Population auch suboptimale Lebensräume wie etwa Feuchtgrünland- bereiche der wasserführenden Kastentäler besiedelt.
Auch der in Nordrhein-Westfalen als stark gefährdet geltende Warzenbeißer findet in der Senne seinen Ansprüchen genügende Biotopstrukturen. Diese große Art kommt hier sowohl auf nährstoffarmen, lückig bewachsenen Magerrasen, als auch auf langrasigen Vegetationstypen vor. Da der Warzenbeißer sehr sensibel auf Veränderungen seines Lebensraumes reagiert, können schon kleine Einflüsse das Verschwinden dieser Langfühlerschrecke zur Folge haben. Der seltsam klingende Name des Warzenbeißers stammt von dem alten Glauben, daß Warzen beim Menschen, durch die vom Tier beim Abfressen ausgeschiedenen Magensäfte, geheilt werden können.
Als weitere typische Art für die oben genannten Lebensräume ist der ebenfalls sehr trockenheitsliebende Heidegrashüpfer zu nennen. Sein schmirgelnd klingender „Gesang“ ist in den trockenen Offenlandbereichen der Senne allgegenwärtig. Die Männchen fallen außerdem durch ihre farbenfrohe Körperzeichnung auf. Bei der Balz lassen sie einen speziellen Werbegesang hören und bewegen sich dabei auf das umworbene Weibchen zu. Der Heidegrashüpfer erreicht auf lückig bewachsenen Flächen höchste Individuen- dichten, während er dichte Vegetation weitgehend meidet.
Auch die feuchtigkeitsgeprägten Bereiche der Senne bieten Heuschrecken wertvollen Lebensraum. Zahlreiche Heuschreckenarten weisen bezüglich ihrer Eier und Larvenstadien eine geringe Trockenheitsresistenz auf und sind somit an feuchte Lebensraumtypen gebunden. So siedelt auf Feuchtwiesen in der Feucht-Senne und in den wasserführenden Kastentälern und an Gewässerufern ein deutlich anderes Spektrum an Heuschrecken als in den trockenen Offenlandbereichen.
Auf staunassen bis feuchten Grünlandflächen leben die überregional stark gefährdeten Arten Sumpf-Grashüpfer und Sumpfschrecke. Der Sumpfgrashüpfer zählt europaweit zu den Heuschreckenarten, welche die feuchtesten und nassesten Lebensräume besiedelt. Seine Eier weisen lediglich eine geringe Trockenheitsresistenz auf. In Nordrhein-Westfalen ist der Sumpfgrashüpfer zu den Charakterarten der staunassen Wiesen zu zählen und zeigt eine recht lückige Verbreitung. Besiedlungsschwerpunkte liegen am Niederrhein, im Sauerland, in den Mooren in Minden-Lübbecke und in der feuchten Senne. Der Sumpf-Grashüpfer reagiert empfindlich auf Verbrachung seiner Lebensräume. Die günstigsten Habitatbedingungen findet er auf feuchten, extensiven Mähwiesen.Während der Sumpf-Grashüpfer Mähwiesen präferiert, ist die Sumpfschrecke regelmäßig auch in größerer Zahl auf extensiv beweiteten Grünlandflächen und Grünlandbrachen anzutreffen.
Auch die Sumpfschrecke gilt als Art mit hohem Feuchtigkeitsanspruch. Häufig tritt sie auf extensiv genutzten, seggen- und binsenreichen Nasswiesen auf. Die Sumpfschrecke ist landesweit noch deutlich seltener als die vorangegangene Art. Sie kommt noch in einigen Feuchtwiesenschutzgebieten der Westfälischen Bucht vor und zeigt nur noch in der Feuchtsenne und deren Umfeld einen erkennbaren Verbreitungsschwerpunkt
An den feuchten ungemähten Grabenrändern und Gewässerufern mit Großseggen lebt die Kurzflügelige Schwertsschrecke. Zur Eiablage nutzt sie in erster Linie Binsen (z.B. Juncus effusus), Rohrkolben und Schilf. Hier werden die Eier an geschützten Stellen (Blattscheiden, Fruchtstände) fixiert.
Libellen
Libellen, die aufgrund der aquatischen Lebensweise ihrer Larven an Gewässer verschiedenster Art gebunden sind, finden im Landschaftsraum Senne an den sauberen Fließgewässern, in Mooren und an zahlreichen durch Sandabbau entstandenen, Baggerseen geeignete Biotope. Auch Flachwasserbereiche in Feuchtgrünlandgebieten haben eine große Bedeutung für einige z.T. stark gefährdete Libellenarten.
Eine der anspruchsvollen Fließgewässer-Arten ist die wunderschöne Blauflügel- Prachtlibelle, die man an vielen Sennebächen noch antreffen kann. Sie gilt als Zeigerart für saubere, schnellfließende Gewässer. Hier verteidigen die Männchen kleine Reviere und warten auf paarungsbereite Weibchen. Libellen leben im Larvenstadium und auch als Imago räuberisch, so kann man die Blauflügel-Prachtlibelle nicht selten auf Waldwegen abseits von Gewässern bei der Jagd auf Fluginsekten beobachten. Die Larven stellen hohe Ansprüche an die Wasserqualität.
Eine typische Moor-Art der Sennelandschaft ist die Kleine Moosjungfer, die sogar an kleinen, völlig von Wald umgebenen Moorgewässern recht individuenreich auftreten kann. Die Moor-Spezia- listen unter den Libellen sind durch Anpassung an sauren pH-Werte eng an Moorgewässer gebunden und haben im vergangenen Jahrhundert zahlreiche Lebensräume durch Abtorfung und Trockenlegung verloren. Aus diesem Grund zählen die Libellenarten der Moore heute zu den am stärksten gefährdeten Spezies. Neben der Kleinen Moosjungfer kommen in der Senne haubtsächlich im Truppenübungsplatz Senne und an wenigen Stellen außerhalb mit der Großen Moosjungfer und der Nördlichen Moosjungfer zwei weitere Arten aus der Gattung vor. In jüngster Vergangenheit konnte zudem an einem Gewässer bei Schloß Holte die seit vielen Jahrzehnten in Nordrhein-Westfalen verschollene Östliche Moosjungfer wiederentdeckt werden.
Baggerseen und Sandgruben werden häufig von Heidelibellenarten, wie der Gemeinen oder der Blutroten Heidelibelle beflogen, die als Pionierarten neuentstandene Gewässer auffällig schnell besiedeln können. Die leuchtend rot gefärbten Männchen dieser Heidelibellen lassen sich leicht von den gelben Weibchen unterscheiden.
In der Feucht-Senne bilden Naßwiesen, Kleingewässer und Gräben weitere wichtige Entwicklungsbiotope für Libellenlarven. Eine interessante Libellenart der Naßwiesen ist die Südliche Binsenjungfer. Die befruchteten Weibchen dieser Kleinlibelle bringen ihre Eier mittels ihres Legebohrers in aus überschwemmten Wiesen herausragende Binsen ein. Die Larven lassen sich nach dem Schlupf ins Wasser hinabfallen und beginnen dort ihre Entwicklung.
Schmetterlinge
Viele Vertreter aus der artenreichen Insektenordnung der Schmetterlinge haben sich während ihrer Entstehung in ganz besonderer Weise an einen bestimmten Lebensraum angepaßt. Oftmals sind es die Raupen, die die eigene Art durch ihre Spezialisierung auf einige wenige Futterpflanzen und ihre Abhängigkeit von eng eingegrenzten mikroklimatischen Parametern an einen bestimmten Lebensraum binden.
Sowohl die Laub- als auch die Nadelwaldbereiche der Senne werden von zahlreichen Schmetterlingsarten besiedelt. Die Männchen des Nagelflecks befliegen im zeitigen Frühjahr auf der Suche nach frisch geschlüpften Weibchen bevorzugt die mit Fallaub bedeckten Bodengründe von Buchenwaldbereichen. Die Weibchen sitzen hier gut getarnt auf dem Laub oder an einem Buchenstamm und warten auf ihre Geschlechtspartner. Sie sind zuweilen so stark mit Eiern gefüllt, daß sie erst nach der Ablage einiger Eier in ihrer unmittelbaren Umgebung befähigt sind, zu starten, um auch weiter entfernte Laubbäume, vornehmlich die Rotbuche, zu belegen.
Der Grüner Zipfelfalter ist in den ausgedehnten Kiefernforsten der Senne beheimatet, wo er vorwiegend an lichten lichten Stellen mit ausgeprägter Krautschicht, in der Heidel-, Preisel- oder Rauschbeere vorkommen, auftritt. An diesen Pflanzen entwickeln sich die asselartigen Raupen des Grünen Zipfelfalters und ihre Blüten werden von den Imagines als Nektarquelle genutzt. Auf angrenzenden Freiflächen kann man die Falter außerdem regelmäßig an Heidekraut oder in den feuchten Bereichen an Wiesen-Schaumkraut beobachten.
Auch die Zwergstrauchheiden und Silikatmagerrasen beherbergen ein umfangreiches Arten- inventar. Es gibt eine ganze Reihe von Arten, die sich auf die Besenheide als Futterpflanze spezialisiert haben. Während einige Arten, wie z.B. das Kleine Nachtpfauenauge, der Heidebürsten- binder oder der Heidekrautspanner, neben der Besenheide auch noch andere Futterpflanzen nutzen, haben sich bspw. das Heidekraut-Eulchen oder das Heide-Grünwidderchen (zumindest in Norddeutschland) ganz auf die Besenheide eingestellt. Neben den Besenheide fressenden Arten treten zahlreiche weitere Charakterarten der Heidelandschaft auf.
Ockerbindiger Samtfalter und Komma-Dickkopffalter besiedeln als wärmeliebende Tagfalter- arten sowohl die Zwergstrauchheiden als auch die Sandmagerrasen. Ihre Raupen leben an verschie- denen Gräsern. Der Ockerbindige Samtfalter sucht zudem gerne vegetationsfreie Bodenstellen auf. Hier sitzen die gut getarnten Tiere, um wie die Zauneidechsen ein Sonnenbad zu nehmen. Häufig findet dieser Schmetterling in den Randbereichen solcher Stellen auch das Silbergras, eine wichtige Futterpflanze der Raupe. Brauner Feuerfalter und Ampfer-Grünwidderchen können regelmäßig auf blütenreichen Zwergstrauchheiden und Sandmager- rasen angetroffen werden. Hier besuchen sie mit Vorliebe die violetten Blütenköpfe des Berg-Sandglöckchens. Die Eier werden, wie auch beim farbenprächtigen Purpurspanner, an Ampfer-Arten abgelegt.
