Fische & Rundmäuler

Bachneunauge (Lampetra planeri)
© B. Stemmer
Räumung eines Sandfangs am Krollbach
© Ch. Venne
Groppe (Cottus gobio)
© B. Stemmer

Die unbelasteten und von menschlichen Einleitungen verschont gebliebenen Sennebäche auf dem Truppenübungsplatz und seinen angrenzenden Bereichen weisen fast durchgängig eine Wasserqualität der Güteklasse I auf. Das oft dicht mit Wasserpflanzen bestandene Sandbett dieser naturnahen, gut strukturierten Bachläufe bietet so sensiblen Fischarten, wie Bachneunauge und Groppe noch geeignete Lebensräume.

Das zu den Rundmäuler gehörende Bachneunauge unterscheidet sich durch den unpaaren Flossensaum, die schuppenlose Haut, das runde, mit Hornzänen umstellte Saugmaul und den Besitz eines Larvenstadiums augenscheinlich von den Knochenfischen. Die Nasenöffnung, das Auge und die sieben dahinterliegenden Kiemenöffnungen des Bachneunauges sind in einer Reihe angeordnet und gaben ihm seinen irreführenden Namen. Die Tiere nehmen lediglich während ihres Larvenstadiums, das als Querder bezeichnet wird, Nahrung auf. Bei den ausgewachsenen Tieren ist der Darm degeneriert und sie müssen nach der Eiablage sterben. Die Querder verbergen sich gerne im feinen Sediment von Bachbereichen mit langsamer Fließgeschwindigkeit, wie etwa die Einflußbereiche von Sandfängen. Da derartige Sandfänge zur Erhaltung ihrer Funktion durch den Wasserverband Obere Lippe regelmäßig geräumt werden müssen, sind Bachneunaugen hier akut bedroht. Die Biologische Station Senne begleitet deshalb die regelmäßig durchgeführten Räumungsarbeiten, sammelt die ausgebaggerten Bachneunaugen auf und setzt sie anschließend wieder ins Fließgewässer ein.

Auch die durch ihren großen Kopf recht bullig wirkende Groppe ist als Bodenfisch zu charakterisiern. Sie ist in vielen Sennebächen verbreitet und erreicht zuweilen beachtliche Individuendichten. Auf der Suche nach Bachflohkrebsen, Insektenlarven oder Fischbrut bewegen sich Groppen meistens während der Nacht über den Bodengrund. Am Tag liegen sie häufig in Lauerstellung regungslos in einem Versteck unter dichten Pflanzen oder unter einer Baumwurzel. Nach der Eiablage durch das Weibchen bewacht bleibt das Männchen beim Gelege, es vor Zugriffen durch Artgenossen und andere Fischarten zu beschützen.

Als weitere typische und autochtone Fischarten der Sennebäche sind Bachforelle, Gründling, Bachschmerle, Dreistachliger Stichling und Zwergstichling zu nennen.

In den Jahren 1995 und 1996 ist in den Sennebächen eine großflächige Erfassung der Fische mittels Elektro-Befischung durchgeführt worden (RÖMER 1996), die umfangreiche interessante Ergebnisse erbrachte.