Amphibien & Reptilien
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- Kreuzkröte (Bufo calamita)
© Ch. Venne

- Kaulquappen der Kreuzkröte (Bufo calamita)
© Ch. Venne

- Feuersalamander (Salamandra salamandra)
© Ch. Venne

- Zauneidechse (Lacerta agilis) (M)
© Ch. Venne
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- Waldeidechse (Zootoca vivipara)
© Ch. Venne

- Schlingnatter (Coronella austriaca)
© F. Ahnfeldt
Amphibien
Trotz ihres in weiten Teilen trockenen Charakters beheimatet die Senne eine große Zahl von Amphibienarten mit den verschiedensten Habitatansprüchen.
Als ausgesprochene Pionierart besiedelt die Kreuzkröte sehr schnell neu entstandene Gewässer wie Sandabgrabungen, Pfützen oder sogar mit Wasser gefüllte Fahrspuren. Die Flachwasserbereiche dieser Laichgewässer begünstigen einen raschen Anstieg der Wassertemperatur und ermöglichen dadurch eine beschleunigte Entwicklung der Kaulquappen. Auf diese Weise sind die jungen Kreuzkröten in der Lage, das Gewässer vor seiner Austrocknung zu verlassen. Außerhalb der Laichzeit halten sich die Tiere gerne auf trockenen, vegetationsarmen Flächen auf. Hier begeben sie sich in der Dämmerung auf ihre Jagdpatrouillen und graben ihre Überwinterungsverstecke.
Seine Vorliebe für nährstoffarme und leicht saure Gewässer innerhalb großflächiger Feuchtgrünland- und Moorbereiche hat den Moorfrosch in Westfalen zu einer echten Seltenheit gemacht. Im Senneraum finden sich die als Frühlaicher bekannten Tiere alljährlich im April noch an einigen Gewässern in ihren Laichgesellschaften ein. Die Männchen, die sich zu dieser Jahreszeit auffällig blau verfärbt haben, lassen nun ihren eigenartigen Balzruf hören. Auch außerhalb der Laichzeit sind die adulten Moorfrösche unweit ihres Fortpflanzungsgewässers aufzufinden, während die Jungtiere weitab dieser Gewässer angetroffen werden können.
Der Feuersalamander ist als typische Waldart in den bodenfeuchten Laubwaldbereichen des Osning-Zuges zu Hause. In der Sennelandschaft besiedelt er größere zusammenhängende Wälder mit entsprechendem Feuchtigkeitsgehalt, wie etwa den Holter Wald. Bei den nachtaktiven Feuersalamandern findet die Paarung an Land statt, so daß sich nur die Weibchen auf der Suche nach einer geeigneten Fortpflanzungsstätte vornehmlich in Kolke klarer Fließgewässer begeben, um die im Mutterleib schon weit entwickelten Larven abzusetzen.
Zum Schutz von Amphibien führt die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne jährlich umfangreiche Amphibienschutzmaßnahmen durch.An zahlreichen Straßen im Senneraum werden zur Zeit der Laichwanderungen Amphibienschutzzäune oder sogar Straßensperrungen installiert, die von ehrenamtlichen Helfern betreut werden. Für dieses Projekt werden dringend weitere ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht.
Reptilien
Die Zauneidechse besiedelt im Senneraum Zwergstrauchheiden, Sandmagerrasen, trockene Brachen, Bahndämme und trockene Waldränder. In den meisten Fällen ist ein schnelles Huschen in der Heide oder ein kurzes Rascheln im Gras alles, was man von der flinken Zauneidechse zu sehen bekommt, bevor sie im nächsten Mauseloch oder unter einem alten Stück Holz verschwunden ist. Kennt man jedoch die Stellen, an denen sich die Eidechsen mit Vorliebe aufhalten, und nähert man sich diesen mit Vorsicht, so zeigen sich die Tiere als recht tolerant und lassen sich ohne Weiteres beim ausgiebigen Sonnenbad auf einem exponierten Stein, bei der Jagd auf Insekten und andere Gliederfüsser, beim Rivalenkampf oder sogar bei der Ablage ihrer ledrigen Eier im sonnenerwärmten Sand beobachten. In das „Kettenhemd“ der männlichen Zauneidechsen reihen sich besonders viele grüne Schuppen ein, was sie in den späten Sommermonaten zu wahren Farbkleksen zwischen den sonnenverbrannten Gräsern der Silikattrockenrasen werden läßt. Die Weibchen sind durch ihre überwiegend braune Färbung gut getarnt. Zauneidechsen können im Senneraum auf Flächen mit guter Lebensraumausstattung beachtliche Individuendichten erreichen. So haben von der Biologischen Station durchgeführte Fang-Wiederfang-Untersuchungen für Flächen von wenigen Hektar Größe überraschenderweise Populationen von mehreren hundert Exemplaren ermittelt. Diese bemerkenswert hohen Zahlen sprechen für eine intakte Zauneidechsen-Population in einigen Teilbereichen der Senne. Diese Gebiete stellen somit wichtige Rückzugsbereiche der überregional gefährdeten Reptilienart dar.
In der Senne kommt neben der vorwiegend in der Trocken-Senne verbreiteten Zauneidechse auch die Waldeidechse vor. Diese Reptilienart ist aufgrund ihrer im Mutterleib vollzogenen Eireifung im Gegensatz zur Zauneidechse nicht an trockene Sandbereiche gebunden, und kann in Folge dessen auch geschlossen Wälder oder Feuchtgebiete besiedeln. Ihre Verbreitung erstreckt sich deshalb auch über die Feucht-Senne und die Drumlin-Senne. Wie alle heimischen Eidechsen, ist auch die Waldeidechse in der Lage, ihre Schwanzspitze bei Gefahr abzuwerfen und die Verwirrung des Angreifers, der sich mit einem windenden „Wurm“ konfrontiert sieht, zur Flucht zu nutzen.
Als dritte Eidechsenart kann man die beinlose Blindschleiche in der Senne antreffen. Sie hat eine Vorliebe für schattige und etwas feuchtere Bereich, was direkt mit der Art ihres Nahrungserwerbes zusammenhängt. Auf der Suche nach Regenwürmern und Nacktschnecken durchwühlt sie die Laubstreu der Bodenschicht von Wäldern und Waldrandbereichen. Auch kleine besonnte Stellen zur Regelung ihrer Körpertemperatur dürfen im Lebensraum der Blindschleiche nicht fehlen. Die Talsohlen und Hänge der Bachtäler in der Obereb Senne stellen somit einen idealen Blindschleichen-Lebensraum dar.
Mit Ringelnatter und Schlingnatter treten im Landschaftsraum Senne außerdem zwei für uns Menschen harmlose Schlangenarten auf. Während die seltene Ringelnatter bevorzugt an naturnahen, ungestörten Stillgewässern auf die Jagd nach Amphibien geht, hat sich die Schlingnatter auf die Jagd nach Zauneidechsen spezialisiert und kommt in der Senne nur wenigen Stellen vor, an denen ihre Beute besonders hohe Dichten erreicht.
